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Nordsee-Zeitung
Juni 1968
Am Freitagnachmittag wütete auf dem Campingplatz Düring (Kreis Wesermünde) ein orkanartiger Wirbelsturm, der zwölf Wohnwagenanhänger umriß und ein Ehepaar mit seinem Zelt 50 Meter weit durch die Luft schleuderte. Wie durch ein Wunder blieben alle Personen unverletzt (ausführlicher Bericht siehe Landkreise).

Düring. Fünfzehl Minuten lang raste gestern gegen 17.30 Uhr ein Wirbelsturm über Teile des Kreises Wesermünde hinweg und richtete einen Schaden an, dessen Ausmaß noch nicht zu übersehen ist. Am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurde der Campingplatz an der Lune in Düring. Der Sturm erfasste 12 von ca. 20 Campinganhängern und riß sie um. An sieben Fahrzeugen entstand nach den Angaben des Bremerhavener Campingclubs, der diesen Platz gemietet hat, Totalschaden. Die Schadenshöhe wird auf mindestens 70 000 DM geschätzt. Der Platz bot nach dem Sturm ein Bild der Verwüstung.

Zur Zeit des Unwetters weilten auf dem Teil des Campingplatzes, wo der tornatoartige Sturm die beste Angriffsfläche fand, nur zwei Personen in einem Zelt. Das Ehepaar wurde mit dem Zelt durch die Luft geschleudert. 50 Meter weiter schlugen beide auf den Boden auf. Die Frau erlitt nur Prellungen, der Mann blieb unverletzt.

Noch gegen 21 Uhr versuchten die Besitzer der beschädigten Anhänger, ihre Wagen wieder aufzurichten. Das gesamte Inventar wurde durcheinandergewirbelt und ist größtenteils nicht mehr zu gebrauchen. Auch die vor den Wohnwagen befindlichen Zelte sind niedergerissen worden. Die Pfeiler wurden wie Streichhölzer umgeknickt.

In der Ortschaft Düring hat der Sturm mehrere Bäume entwurzelt und Dächer teilweise abgedeckt. An weinem Neubau am Ortsausgang wütete der Sturm so stark, daß eine vor Tagen erst hochgezogene Ziegelwand einstürzte. In nachbarschaftlicher Hilfsbereitschft wurden die in Mitleidenschaft gezogenen Häuser in wenigen Stunden wieder so weit mit Ziegeln abgedeckt, daß die Schäden kaum mehr zu sehen sind.

"Es sah aus wie eine Windhose", berichtete gestern eine Düringer Einwohnerin, die, als der Sturm über den Ort hinwegraste, gerade am Fenster gesessen hatte. "Wir wußten gar nicht, was uns geschah!" fügte sie hinzu. Die meisten Einwohner haben erst viel später die Schäden an den Dächern entdeckt, dann aber sofort zur Selbsthilfe gegriffen. In den Nachbargemeinden sind schwere Schäden nicht aufgetreten. Nur in Hemmooor packte der Sturm einige Bäume und riß sie um.

Die schweren Wohnwagenanhänger wurden wie Schreichholzschachteln umgerissen und durcheinandergewirbelt. Der Schaden: 70 000 DM.

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